Wasserbedarf-Schätzer
Gießhäufigkeit hängt von Pflanzentyp, Behältergröße, Klima und Jahreszeit ab. Immer Bodenfeuchte prüfen, bevor Sie gießen.
Die wichtigste Regel
Finger 2-3 cm in die Erde stecken, gießen, wenn sie trocken anfühlt. Bei Sukkulenten die Erde vollständig austrocknen lassen. Überwässerung ist die häufigste Todesursache bei Zimmerpflanzen.
Anzeichen für Wassermangel
- Erde ab 2-3 cm trocken
- Leicht schlaffe oder matte Blätter
- Topf merklich leichter als gewohnt
Gießtipps
- Tief und seltener gießen fördert tiefes Wurzelwachstum
- An der Basis gießen, nasse Blätter fördern Pilzkrankheiten
- Im Winter 30-50 % weniger gießen
- Töpfe müssen Abzugslöcher haben, stehendes Wasser verursacht Wurzelfäule
Trockenheit in Deutschland und Wasserverbote
Deutschland hat 2018, 2019 und 2022 historische Trockenperioden erlebt. Besonders betroffen: Brandenburg, Sachsen-Anhalt und das Rheintal. In diesen Sommern verhängten viele Kommunen ein Sprengverbot im Garten, d.h. das Beregnen von Rasen und Zierpflanzen war zeitweise untersagt. Trink- und Brauchwasser darf grundsätzlich zum Gartengießen genutzt werden, sofern kein kommunales Verbot gilt.
Typische Sparmaßnahmen in deutschen Gärten:
- Regentonne: Ein 200-1000 Liter Fass am Fallrohr, die häufigste Lösung. In vielen Bundesländern (Bayern, Baden-Württemberg) erhalten Haushalte Zuschüsse bis 500 € für Zisternen.
- Mulchen: Eine 5-8 cm dicke Schicht Rindenmulch oder Rasenschnitt reduziert die Verdunstung um 40-60 % und spart bis zu zwei Gießvorgänge pro Woche im Sommer.
- Tröpfchenbewässerung: Im Gemüsegarten weit verbreitet; Wasser direkt an die Wurzel, keine Blattnässung.
Wer Brunnenwasser nutzen will, benötigt in den meisten Bundesländern eine wasserrechtliche Erlaubnis gemäß Wasserhaushaltsgesetz (WHG § 8). Die zuständige Untere Wasserbehörde des Landkreises erteilt diese Genehmigung.