Bei Fokus auf die Hyperfokaldistanz wirkt alles von der nahen Grenze oben bis zum Unendlichen scharf.
Was der Fokus auf die Hyperfokaldistanz bewirkt
Meistens wird ein Objektiv auf ein einzelnes Motiv fokussiert, dort scharf und nach vorn und hinten zunehmend unscharf. Die Hyperfokaldistanz dreht diese Logik für Motive ohne ein einzelnes Hauptmotiv um, etwa eine Landschaft mit Felsen im Vordergrund und einem fernen Grat: Wird auf genau diese eine Distanz fokussiert, wirkt alles von der Hälfte dieser Distanz bis zum Unendlichen scharf, ohne die Blende noch einmal anzufassen.
Warum die nahe Grenze genau bei der Hälfte liegt
Die nahe Schärfegrenze liegt bei H/2, weil sich der Zerstreuungskreis auf beiden Seiten des Fokuspunkts so verhält. Das ist ein festes Verhältnis und keine Näherung, die von Fall zu Fall geprüft werden muss, deshalb folgt die nahe Grenze direkt aus der bekannten Hyperfokaldistanz, ohne eine zweite Rechnung.
Die Blendentabelle lesen
Die folgende Tabelle hält die Brennweite fest und geht die Blendenwerte durch, die in der Landschaftsfotografie am häufigsten genutzt werden, von f/4 bis f/22. Ein Schließen der Blende verkürzt die Hyperfokaldistanz und rückt die nahe Grenze näher heran, deshalb wird meist weiter abgeblendet, um eine weite Szene durchgängig scharf zu bekommen. Sehr kleine Blenden verlieren jedoch durch Beugung an Schärfe, sodass die kleinste f-Zahl nicht immer die beste Wahl ist.
Die Brennweite wiegt schwerer als die Blende
Die Hyperfokaldistanz wächst mit dem Quadrat der Brennweite: Ein Wechsel von 24mm zu 50mm bei gleicher Blende schiebt die Hyperfokaldistanz etwa auf das Vierfache hinaus, während der Wechsel von f/8 zu f/16 sie nur halbiert. Ein Weitwinkelobjektiv bei mittlerer Blende erreicht eine kurze, praxistaugliche Hyperfokaldistanz viel leichter als ein Teleobjektiv, weshalb Weitwinkel diese Technik in der Landschaftsfotografie so oft prägen.