Was wann saen: Ein saisonaler Pflanzleitfaden fur Hobbygartner

Timing ist im Gartenbau alles. Zu fruh saen und Samen sterben im kalten Boden; zu spat saen und Kulturen reifen nicht vor den Herbstfroster. Erfahren Sie, wann die haufigsten Gemuse und Krauter gesaet werden.

Warum Timing wichtig ist

Zum richtigen Zeitpunkt zu saen ist einer der wichtigsten Faktoren fur den Gartnerfolg. Zwei Hauptvariablen bestimmen Ihr Saefenster:

  1. Letzter Frosttermin, das durchschnittliche Datum des letzten Frostes im Fruhjahr in Ihrer Region
  2. Erster Frosttermin, das durchschnittliche Datum des ersten Frostes im Herbst

Die meisten Saeanweisungen sind relativ zu diesen Terminen formuliert: "im Freiland nach dem letzten Frost saen" oder "6 Wochen vor dem letzten Frosttermin drinnen beginnen."

Wesentliche Begriffe

Direktsat / im Freiland saen: Samen direkt ins Gartenbeet pflanzen. Drinnen starten / unter Glas: Samen einige Wochen, bevor Freilandbedingungen es erlauben, in Topfen drinnen beginnen, dann nach draussen verpflanzen. Umpflanzen: Samlinge von Innentopfen in den Garten versetzen. Staffelsat: Alle 2-3 Wochen kleine Mengen saen fur kontinuierliche Ernte statt alles auf einmal. Winterhart: Kann Frost uberstehen. Halbhart: Kann kurzzeitig leichten Frost tolerieren. Frostempfindlich: Stirbt bei Frostberuhrung ab.

Saelkalender (Nordhalbkugel, gemabigtes Klima)

Das folgende Timing geht von einem letzten Fruhlingsfrost Ende April aus (UK/Nordfrankreich/ahnliche Klimazonen). Fruher oder spater anpassen je nach Region.

Januar-Februar (Nur unter Glas)

  • Zwiebeln aus Samen, lange Vegetationsperiode; fruh unter Warme beginnen
  • Sellerie, benotigt Warme und einen langen Start
  • Chili und Paprika, sehr lange Saison; so fruh wie moglich beginnen
  • Dicke Bohnen, konnen im Januar in Topfen gesaet werden fur fruhzeitige Kulturen

Marz (Unter Glas; manche harteren Kulturen Ende Monat draussen)

  • Tomaten, drinnen auf einer sonnigen Fensterbank oder im beheizten Gewachshaus starten; nach dem letzten Frost umpflanzen
  • Auberginen, ahnlich wie Tomaten
  • Lauch, in Schalen drinnen starten; sehr langsam in der Entwicklung
  • Zucchini, Ende Marz einen Topf drinnen starten fur das Umpflanzen im Mai
  • Erbsen, in milden Gebieten ab Ende Marz direkt saen; toleriert leichten Frost

April

  • Blattsalat und Salat, im Freiland saen, wenn der Boden 10 Grad C erreicht; alle 3 Wochen staffelweise saen
  • Spinat, direkt saen; schiesst bei Hitze, daher Fruhjahrssaat besser als Sommersaat
  • Rote Bete, ab Mitte April direkt im Freiland saen
  • Karotten, ab Mitte April in warmem Boden direkt saen; mag kein Umpflanzen
  • Radieschen, schnellste Kultur; direkt saen, in 4-6 Wochen ernten
  • Krauter: Schnittlauch, Koriander, Dill, direkt im Freiland saen

Mai (Nach dem letzten Frost)

  • Buschbohnen/Stangenbohnen, nach dem letzten Frost direkt saen; durch jeden Frost getrotet
  • Zucchini, fruher gestartete Pflanzen umpflanzen oder direkt saen
  • Gurken, direkt saen oder umpflanzen; benotigen Warme
  • Mais, in Blocken direkt saen (fur Windbestaubung) nach dem letzten Frost
  • Basilikum, nach dem letzten Frost umpflanzen; sehr frostempfindlich
  • Winterkurbis und Kurbisse, direkt saen oder umpflanzen; brauchen eine lange Saison

Juni-Juli

  • Herbst-Kohlgewachse, Brokkoli, Grunkohl, Rosenkohl jetzt saen fur Herbst-/Winterernte
  • Staffelsat von Buschbohnen, letzte Staffelsat fur spaatsaisonale Kulturen
  • Blattsalat, Staffelsat wird fortgesetzt

Spatsommer (August-September)

  • Winterfeste Salate, Spinat, Feldsalat, Wintersalat
  • Knoblauch, Zehen im Oktober pflanzen fur die Sommerernte

Planungswerkzeuge

Der Saatkalender auf dieser Seite lasst Sie Ihre Klimazone oder den letzten Frosttermin eingeben und zeigt angepasste Saefenster fur haufige Gemuse und Krauter.

Allgemeine Regeln

  1. Bodentemperatur ist wichtiger als Lufttemperatur, die meisten Samen benotigen mindestens 10-12 Grad C Bodentemperatur fur zuvelassige Keimung
  2. Frostempfindliche Pflanzen nie vor dem letzten Frosttermin saen
  3. Salatkulturen alle 2-3 Wochen staffelweise saen, um Uberschwemmungs-und-Durre-Ernten zu vermeiden
  4. Beschriftungen und Daten sind nicht optional, Sie werden nicht erinnern, was Sie wo gepflanzt haben