Was kostet eine Stunde Meeting wirklich in Deutschland?

Mit rund 20 bis 22 % Arbeitgeberanteil zur Sozialversicherung übersteigt der echte Stundensatz eines Mitarbeiters das Bruttogehalt deutlich. Der Rechner zeigt den realen Betrag.

Was ein Mitarbeiter den Arbeitgeber wirklich kostet

In Deutschland trägt der Arbeitgeber die Hälfte der Sozialversicherungsbeiträge: Renten-, Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung. Der Arbeitgeberanteil beläuft sich auf etwa 19 bis 21 % des Bruttolohns. Bei einem Mitarbeiter mit 4.000 Euro Bruttolohn kommen also rund 760 bis 840 Euro Sozialabgaben dazu -- der Arbeitnehmer-Brutto ist demnach etwa 4.800 Euro Gesamtkosten pro Monat.

Geteilt durch rund 174 Arbeitsstunden pro Monat ergibt das einen Arbeitgeberkostensatz von etwa 27 bis 28 Euro pro Stunde. Ein einstündiges Meeting mit fünf Personen bei diesem Gehaltsniveau kostet den Arbeitgeber also rund 135 bis 140 Euro -- ohne Vorbereitung und Nachbereitung.

Berechnen Sie die Meetingkosten Ihres Teams mit dem Meeting-Kostenrechner und vergleichen Sie mit dem Freelancer-Stundensatz-Rechner.

Was das Betriebsverfassungsgesetz dazu sagt

In Betrieben mit mehr als fünf Mitarbeitern kann der Betriebsrat bei der Gestaltung von Arbeitszeiten und damit auch bei exzessiven Meetingstrukturen mitwirken -- §87 BetrVG regelt das Mitbestimmungsrecht bei der Arbeitszeitgestaltung. Dies gibt Arbeitnehmervertretern formal das Recht, systematische Meetings außerhalb der Kernarbeitszeiten zu hinterfragen.

Freelancer vs. Festanstellung: ein realistischer Vergleich

Ein Freelancer mit einem Tagessatz von 800 Euro erscheint auf den ersten Blick deutlich teurer als ein Festangestellter mit 4.000 Euro Bruttolohn (rund 28 Euro/h Gesamtkosten). Bei einer dreimonatigen Projektarbeit relativiert sich das: Kein Arbeitgeberanteil, keine Urlaubsansprüche, keine Kündigungsfristen, kein Aufwand für Sozialabgaben. Bei begrenzten Projekten ist der Vergleich oft näher, als er auf dem Gehaltszettel wirkt.