Alltagsmathe: Kredit, Wechselkurs, Rechnung, Trinkgeld

Wie sich die monatliche Kreditrate wirklich berechnet, warum der Wechselkurs an der Kasse schlechter ist als online, wie man fair teilt, und Prozentrechnung ohne Fehler.

Wie berechnet sich meine monatliche Kreditrate wirklich?

Die meisten Ratenkredite und Baufinanzierungen in Deutschland arbeiten mit Tilgung, das heißt jede monatliche Rate teilt sich in Zinsen und Tilgung auf, wobei sich dieses Verhältnis jeden Monat leicht verschiebt. Am Anfang deckt der größte Teil der Rate die Zinsen auf die Restschuld ab. Sinkt die Restschuld, geht ein wachsender Anteil jeder Rate in die eigentliche Tilgung. Deshalb spart eine Sondertilgung in den ersten Jahren einer Baufinanzierung deutlich mehr Zinsen als dieselbe Sondertilgung kurz vor Vertragsende.

Die Rechnung dahinter folgt einer festen Formel aus Kreditsumme, Zinssatz und Laufzeit. Ein verbreiteter Irrtum ist die Annahme, Zinsen würden gleichmäßig über die Laufzeit verteilt anfallen, weshalb es überrascht, dass sich die Restschuld in den ersten zwei oder drei Jahren einer Baufinanzierung kaum bewegt. Banken müssen in Deutschland den effektiven Jahreszins angeben, der Gebühren mit einrechnet und Angebote vergleichbar macht, die eigentliche monatliche Rate ergibt sich aber aus der Tilgungsformel, nicht direkt aus dem effektiven Jahreszins.

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Warum bekomme ich nie den Wechselkurs, den ich online sehe?

Der bei Google oder in den Nachrichten angezeigte Kurs ist der Interbankenkurs, also der Mittelwert zwischen An- und Verkaufskurs, zu dem Banken untereinander handeln. Wechselstuben, Filialbanken und Schalter am Flughafen schlagen darauf eine Marge auf, teils 3 bis 5 Prozent, noch bevor ein "gebührenfrei"-Schild überhaupt ins Spiel kommt. Dieser Aufschlag steckt bereits im Kurs selbst, weshalb ein Angebot ohne Kommission trotzdem schlecht sein kann.

Auch Kartenanbieter bauen eine eigene Schicht ein. Viele deutsche Debit- und Kreditkarten berechnen im Ausland ein Auslandseinsatzentgelt zusätzlich zu einem aufgeschlagenen Kurs, und dynamische Währungsumrechnung, bei der eine ausländische Kasse anbietet, gleich in Euro statt in Landeswährung abzurechnen, fällt fast immer schlechter aus. In der Landeswährung zu zahlen und die Umrechnung der eigenen Karte zu überlassen, ist meist der günstigere Weg, solange die Karte kein zusätzliches Auslandsentgelt berechnet.

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Was ist die fairste Art, eine Restaurantrechnung zu teilen?

Eine Rechnung gleichmäßig zu teilen wirkt einfach, bis eine Person eine Vorspeise, eine Flasche Wein und ein Dessert bestellt hat, während eine andere nur einen einzelnen Hauptgang hatte. Eine gleiche Teilung überlastet die sparsame Person und entlastet die großzügig bestellende, was unter Freunden mehr stillen Unmut erzeugt, als die meisten zugeben. In Deutschland ist getrennte Rechnung ohnehin verbreitet üblich: jede Person zahlt, was sie tatsächlich bestellt hat, plus einen gleichen Anteil an Geteiltem wie Brot oder eine Flasche für den Tisch.

Trinkgeld muss ebenfalls richtig eingerechnet werden. In Deutschland ist ein festes Serviceentgelt auf der Rechnung unüblich, stattdessen wird meist beim Bezahlen aufgerundet oder etwa 5 bis 10 Prozent addiert, und dieser Betrag sollte anteilig zum jeweiligen Bestellwert verteilt werden, nicht gleichmäßig, sonst subventioniert die Person mit dem günstigsten Gericht am Ende das Trinkgeld der anderen mit.

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Warum verwechseln Prozentrechnungen bei Rabatt und Trinkgeld so viele Menschen?

Der häufigste Fehler ist die Verwechslung von "Rabatt auf" mit dem Endpreis. Eine Jacke mit 30 Prozent Rabatt bei 80 Euro kostet 56 Euro, nicht 30 Euro. Der Rabatt sind 30 Prozent von 80 Euro, abgezogen vom Ursprungspreis, nicht der Endbetrag selbst. Das wird bei gestaffelten Rabatten noch verwirrender: zwei getrennte Rabatte von je 20 Prozent ergeben nicht 40 Prozent Gesamtrabatt, sondern rechnerisch 36 Prozent, weil der zweite Rabatt auf den bereits reduzierten Preis wirkt.

Trinkgeld-Prozentsätze führen zu ähnlicher Verwirrung. 10 Prozent Trinkgeld auf eine Rechnung von 45 Euro sind 4,50 Euro, berechnet auf den Rechnungsbetrag selbst, nicht auf einen bereits aufgerundeten Betrag. Solche Rechnungen unter Zeitdruck am Restauranttisch im Kopf zu lösen, ist die häufigste Fehlerquelle, besonders bei krummen Beträgen wie 37,60 Euro.

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