Warum der pH-Wert wichtiger ist als Dünger
Der Boden-pH gibt die Reaktion des Bodens auf einer Skala von 0 bis 14 an -- 7 ist neutral, darunter sauer, darüber basisch. Die meisten Gemüsesorten gedeihen am besten zwischen pH 6 und 7. Jede Stufe auf der Skala entspricht einem zehnfachen Unterschied in der Säurekonzentration: Ein Boden mit pH 5 ist zehnmal saurer als einer mit pH 6.
In Deutschland variieren Böden stark je nach Region: Sandige Böden in Brandenburg und Mecklenburg sind häufig sauer (pH 4,5 bis 6) und eignen sich gut für Heidelbeeren oder Rhododendren. Kalkböden in Bayern und Schwaben (pH 7,5 bis 8) erschweren die Kultivierung säureliebender Pflanzen. Die schweren Lehmböden der norddeutschen Tiefebene tendieren zu neutral bis leicht alkalisch.
Prüfen Sie die Anforderungen Ihrer Pflanzen mit dem Boden-pH-Ratgeber und berechnen Sie Ihren Düngerbedarf mit dem NPK-Rechner.
Wie Sie den pH-Wert anpassen
Um den pH-Wert zu senken (Boden ansäuern): Schwefelblüte oder Rhododendron-Erde einarbeiten. Die Wirkung tritt nach einigen Wochen bis Monaten ein. Um den pH-Wert zu erhöhen: Kalkmehl (kohlensaurer Kalk) mit rund 100 bis 200 g pro m² ausbringen, je nach Bodentyp.
Eine präzise Bodenanalyse durch ein Labor (Kosten: 20 bis 60 Euro) liefert neben dem pH-Wert auch Angaben zu Nährstoffgehalten und organischer Substanz -- deutlich genauer als handelsübliche Farbtests. In Deutschland bieten Landes-Landwirtschaftsämter und private Labore diese Analysen an.
Was der pH-Wert allein nicht verrät
Auch ein idealer pH-Wert garantiert keinen Ertrag, wenn der Boden verdichtet, schlecht durchlüftet oder organisch verarmt ist. Kompost und Mulch verbessern gleichzeitig die Bodenstruktur, die Wasserhaltekapazität und die pH-Pufferkapazität. Mit dem Pflanzenkombinationen-Rechner finden Sie Kombinationen, die sich gegenseitig unterstützen.